Diesel
Gar nicht mal der größte Kostenfaktor war der Kraftstoff. Mit einem Durchschnittsverbrauch von rund 9,5 Litern auf 100 Kilometer (was für ein 4,2-Tonnen-Fahrzeug absolut im Rahmen ist) summierte sich das bei unseren langen Etappen auf etwa 1.365 Liter Diesel. Die Preise schwankten dabei deutlich: von günstigen 1,40 € in Litauen bis über 2,00 € in Norwegen. Am Ende standen rund 1.500 € auf der Tankrechnung.
Fähren, Maut , Taxi und ÖPNV
Ohne Fähren geht es nicht – und ohne Maut eigentlich auch nicht, dachten wir. Aber in Skandinavien und im Baltikum sind wir auf keiner Mautstraße gefahren und Polen hat ein so kompliziertes Mautsystem, dass wir bereits bei der Registrierung gescheitert sind. Letztlich war das auch kein Thema, denn wir fahren ohnehin nicht gerne Autobahn. Man sieht nichts von Land und Leuten, wenn man die großen Straßen fährt.
Ein paar Mal sind wir Taxi gefahren – zu Spottpreisen in Estland und Lettland und einmal mit dem ÖPNV (und der war kostenlos).
Für Parkgebühren zahlten wir etwa 18 € – dabei muss erwähnt werden, dass man speziell in Estland gerne auch mal für das Parken auf dem Supermarktparkplatz zahlen muss.
Insgesamt summierte sich das auf etwa 330 €.
Campingplätze und Stellplätze
Wir sind (noch nicht) die großen Freisteher – an dieses Thema müssen wir uns erst herantasten. Insofern landeten wir fast durchgehend auf Stell- oder Campingplätzen. Das hat den Vorteil einer (meist mehr oder minder) sauberen Dusche und auch das Klo im WoMo bleibt im Regelfall vor dem großen Geschäft verschont.
Skandinavien ist hier deutlich teurer als das Baltikum oder Polen. Am Ende lagen wir bei durchschnittlich 25 - 30 € pro Nacht, in Summe mehr als ca. 3.500 €. Im Grunde genommen ist das der größte Ausgabenposten mit dem deutlichsten Einsparungspotential.
Lebensmittel und Essen gehen
Hier gilt: Wer wie wir viel selbst kocht, spart enorm. Einkaufen ist in Schweden vergleichbar mit Deutschland, eher etwas günstiger. In Finnland ist es noch etwas günstiger, in Norwegen hingegen rund rund 30 % teurer als bei uns. Die baltischen Länder und Polen brauchen wir in diesen Vergleich kaum einzubeziehen - die Kostebn sind deutlich niedriger als bei uns zuhause. Für Lebensmittel gaben wir am Ende ca. 3200 € aus
Essen gehen haben wir uns eher selten gegönnt. Das hat zum einen mit den Kosten zu tun, denn gutes Essen ist im Norden richtig teuer. Und das andere Problem: Richtig gut kochen tut man im Norden nicht (mal abgesehen von den Konditoreien in Schweden). In Summe kamen wir auf ca. 1.900 € für Restaurant- und Cafébesuche. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Sonstige Kosten
Eintrittsgelder für Museen, Ausstellungen oder Nationalparks: Wir sind nicht die großen Museumsbesucher, insofern hielt sich das in Grenzen: Für Eintrittsgelder gaben wir ca. 250 € aus.
Man muss dazu erwähnen, dass in Skandinavien Museen und andere derartige Einrichtung mit wenigen Ausnahmen frei sind. Im Baltikum, speziell in Tallinn hingegen zahlt man für jede Kirche – und zwar happige Preise. Auch nicht schön.
Reparaturen & Kleinigkeiten am Camper schlugen mit rund ca. 370 € zu Buche, das teuerste Teil war ein neues Landstromkabel für sage und schreibe fast 200 € (gekauft in Norwegen)
Gesamtsumme
Alles zusammengerechnet liegen die Ausgaben für unsere vier- bis fast fünfmonatige Ostseeumrundung bei rund 9.650 €.
Fazit: Viel Zeit statt viel Geld
Natürlich ist das eine Menge Geld – aber auf die Dauer von mehreren Monaten gerechnet relativiert es sich. Wir haben dafür unzählige Eindrücke gesammelt, waren frei unterwegs und haben Landschaften und Kulturen erlebt, die wir mit einem normalen Jahresurlaub nie erreicht hätten.
Unser Tipp: Wer eine solche Reise plant, sollte grob mit 2.000–2,500 € pro Monat kalkulieren. Viel hängt dabei von der eigenen Reiseart ab – wer öfter frei steht, weniger fährt und auf Restaurantbesuche verzichtet, kommt günstiger davon.
