Man sieht es nicht sofort. Außen wirkt der Reifen tadellos, doch innen, dort, wo der Blick selten hinfällt, ist er blank. Genau das passierte uns nach mehreren tausend Kilometern über skandinavische Schotterpisten: Die Vorderreifen waren innen glatt wie poliert.

Die Achsvermessung brachte es ans Licht – die Spur war verstellt, der Sturz zu stark negativ. Kein Wunder: Der Grand California ist vorn schwer, die Achse arbeitet am Limit, und auf Schotter bekommt sie ordentlich Prügel. Jede Spurrille, jedes Schlagloch verschiebt minimal die Geometrie – kaum spürbar, aber mit der Zeit deutlich messbar.

Dazu kommt: Durch den hohen Aufbau federt das Fahrzeug stärker ein, wodurch sich der Sturz beim Einfedern noch weiter ins Negative bewegt. Und genau das sorgt dafür, dass die Räder oben nach innen kippen – und der Reifen innen übermäßig verschleißt.

Nach der Korrektur fährt sich der Bus wieder ruhiger, spurtreu und gleichmäßig. Trotzdem haben wir daraus gelernt: Wer regelmäßig unbefestigte Straßen fährt, sollte die Spur nicht erst dann prüfen lassen, wenn die Reifen ruiniert sind.

Ein kurzer Check nach jeder längeren Schotteretappe – am besten beim nächsten Werkstattstopp – reicht oft aus, um teure Folgeschäden zu vermeiden. Und ein Tipp, den wir aus Erfahrung geben können: Ein um 0,2 bis 0,3 bar höherer Luftdruck vorne verbessert das Reifenbild spürbar.

Denn so schön das Reisen über raue Pisten auch ist – die Spur sollte man dabei nicht verlieren.