In unseren letzten beiden Beiträgen habe ich bereits die konzeptionellen Probleme moderner Autos beklagt, die zu solchen Fehlern führen. Wir hoffen inständig, dass uns so etwas nicht mitten in der Sahara passiert. Doch nun zum eigentlichen Reiseplan...
Seit Dienstag sind wir nun schon auf unserer Reise durch Nordfrankreich unterwegs und fahren aktuell entlang der Kanalküste nach Süden. Unser erster Halt war Vianden, direkt an der deutsch-luxemburgischen Grenze. Vianden ist uns bereits von zwei früheren Aufenthalten bekannt.
Vianden in Luxemburg ist ein wahrhaft malerisches Städtchen. Hoch über dem Tal der Our thront die beeindruckende Burg, während sich darunter schmale Gassen und charmante Häuser entlang des Flusses schlängeln. Es ist ein Ort, der einen dazu einlädt, das Tempo zu drosseln – nicht, weil es viel zu entdecken gäbe, sondern weil die Atmosphäre dazu verführt, einfach nur zu verweilen und die Schönheit zu genießen.

Start in Vianden an der Our
Unser nächster Halt war Charleville-Mézières, eine Stadt, die uns bereits bekannt war. An der Maas gelegen, überrascht sie mit einem der schönsten Plätze Nordfrankreichs: dem Place Ducale. Symmetrisch und weitläufig, umgeben von Arkaden, erinnert er an eine kleinere Version der Pariser Place des Vosges. Hier spürt man noch den Charme des alten Frankreichs, geprägt von Herzögen und Händlern. Da wir die Stadt bereits kannten, haben wir uns dort lediglich zum Übernachten niedergelassen und bedauerlicherweise nicht die Gelegenheit genutzt, die Innenstadt zu erkunden.



Lost Place in der Picardie (ein altes Flusskraftwerk)
Douai, eine eher unscheinbare Stadt mit reicher Industrievergangenheit und einstigem Bergbau, ist weniger bekannt und weniger gepflegt als andere Städte, besitzt aber dennoch einen einzigartigen Charme. Als einst bedeutendes Zentrum Flanderns zeugen noch heute prächtige Bürgerhäuser, ein eindrucksvolles Belfried-Rathaus und die ebenso beeindruckende Kirche Collégiale Saint-Pierre von ihrer ehemaligen Bedeutung. Diese imposanten Bauwerke wirken fast überdimensioniert für die heutige Stadt und erinnern an Douais Reichtum und Bedeutung im 16. und 17. Jahrhundert.




Douai: Rathaus und Jugendstil in einer Nebenstrasse
Von Douai nach Calais fahren wir durch eine weitgehend vernebelte Landschaft. Der Nebel verdeckt zwar den Panoramablick, erspart uns aber auch den Anblick der ausgedehnten Windindustrieanlagen, die die Picardie und die Landschaft von France Nord verschandeln. Diese Anlagen sind nicht nur eine ökologische Sünde, sondern auch ein energiepolitischer Fehlgriff, obwohl uns anderes eingeredet wird. Gut gemeint ist eben nicht immer gut.


Place de Eolien (= Windindustriepark) irgendwo in der Picardie. Angeblich mit spektakulärer Aussicht
Im gleichen Nebel, in dem wir gekommen sind, verließen wir Calais und fuhren entlang der Kanalküste nach Süden. Überall zeugen Bunkeranlagen von den Schrecken des zweiten Weltkrieges, die letztlich nur seine Dauer verlängerten. Am Cap Griz Nez, der engsten Stelle des Ärmelkanals, passierten wir den Leuchtturm. In Boulogne besichtigten wir einen Lost Place – den halbverfallenen Landeplatz der ehemaligen Hovercraft-Verbindung nach Folkestone (Michael hatte das Privileg, einmal mit einem solchen Fahrzeug zu fahren. Oder zu fliegen...?).

Strand südlich von Calais


CapiGriz Nez auf der Fahrt Richtung Boulogne

Verlassener Hoverport südlich von Boulogne

Hinter den Dünen in Cayeux
Und dann weiter Richtung Süden...
