Die Abreise nach Marokko, unserer nächsten großen Reise, steht unmittelbar bevor. Der Grand California hat die letzten Wochen noch einmal in der Werkstatt verbracht – wegen einer ganzen Reihe eher ärgerlicher Kleinigkeiten. Am Ende blieb es dann nicht bei Kleinteilen: Auch beide Dachhauben mussten getauscht werden - und die wollten lange nicht beikommen. Solche Dinge kurz vor einer langen Reise braucht man nicht unbedingt. Umso wertvoller war es, in der Bruchsaler VW-Werkstatt einen wirklich kompetenten und engagierten Ansprechpartner zu haben. Das hat einiges an Nerven gespart.
Zum Grand California hatten wir letzt einen Beitrag veröffentlicht. Er ist ein tolles Auto, aber mit einigen Schwächen (und nochmal: Andere haben andere Schwächen).
Die kommende Woche ist jetzt randvoll mit Vorbereitungen. Der Frischwassertank will gründlich gereinigt werden, außen steht noch eine komplette Wäsche an, innen Pflege und Ordnung. Außerdem wartet noch ein kleines, aber wichtiges Projekt: Im Schrank links neben der Dusche fehlt bislang eine saubere Inneneinteilung. Genau solche Details entscheiden unterwegs darüber, ob man jeden Tag improvisiert – oder ob Dinge einfach funktionieren.
Ein besonders zähes Thema war der Mobilfunk. Mit einer deutschen SIM-Karte ist Datenroaming in Marokko schlicht unbezahlbar, Telefonieren kann man auf das Nötigste beschränken oder Lösungen wie FaceTime nutzen. Also haben wir recherchiert, verglichen, gerechnet – und sind schließlich bei einer Kombination aus O2-Mobilfunk und einer Holafly-eSIM gelandet. Ob das in der Praxis wirklich ausreicht, wird sich zeigen. Mindestens einmal pro Woche steht eine Videokonferenz an, ganz ohne Netz geht es also nicht. Ein kleines Fragezeichen reist mit. Das nächste Mal vielleicht doch mit einer Starlink-Antenne, aber die hat dann auch wieder andere Nachteile.
Zeitlich sind wir entspannt. Vor Mitte März müssen wir noch nicht in Marokko sein. Und zurück sind wir erst Anfangszeit Juni. Der Plan ist daher, die Anreise bewusst langsam anzugehen: über Luxemburg Richtung Kanalküste, dann Schritt für Schritt nach Süden: Normandie, Bretagne, französische Atlantikküste. Einmal quer durch Spanien, westlich an den Pyrenäen vorbei. Kein Durchhetzen, kein Abhaken von Etappen – eher ein sanftes Hineingleiten in den Süden.
Was wir in Marokko konkret machen werden, lassen wir bewusst offen. Wenn alles gut läuft, zieht es uns bis in die Westsahara. Wenn es schlecht läuft, drehen wir nach ein, zwei Wochen wieder um. Aber feste Pläne gibt es nicht. Marokko ist kulturell wie landschaftlich ein völlig anderes Land – und genau das macht den Reiz aus und darauf muss man sich einlassen. Vieles wird sich unterwegs ergeben. Und vielleicht ist das gerade der größte Luxus dieser Reise: nicht alles im Voraus wissen zu müssen.
